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Die Philosophie im Boudoir

von Marquis de Sade aus dem 18. Jahrhundert

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Kapitel 1:

Den Libertins

Wollüstige Menschen jeglichen Alters und jeden Geschlechts, euch allein schenke ich dieses Buch; macht euch seine Prinzipien zueigen, sie fördern eure Leidenschaften, und diese Leidenschaften, aus denen kalte und platte Moralprediger euch ein Schreckbild machen, sind nichts anderes als die Mittel, die die Natur anwendet, um den Menschen zu dem zu bringen, was sie mit ihm beabsichtigt. Einzig ihr Ursprung soll euch zum Glück fuhren.

Sinnliche Frauen, möge die wollüstige Saint-Ange euer Vorbild sein; verachtet wie sie all das, was den göttlichen Gesetzen der Lust entgegensteht, die ihr ganzes Leben bestimmt haben.

Junge Mädchen, die ihr allzu lange die unsinnigen und gefährlichen Fesseln einer unwirklichen Tugendhaftigkeit und einer abscheulichen Religion getragen habt, ahmt die leidenschaftliche Eugenie nach. Rasch wie sie zerstört, zertretet all die lächerlichen Vorschriften, die einfältige Eltern euch eingeprägt haben.

Und ihr, liebenswerte Verderbte, die ihr von Jugend an keine anderen Zügel als eure Begierden und keine anderen Gesetze als eure Launen habt, euch diene der Zyniker Dolmancé als Beispiel. Geht soweit wie er, wenn ihr wie er alle Blumenpfade beschreiten wollt, die die Sinnlichkeit euch bereitet. Seine Lehre überzeuge euch, daß das unglückselige Individuum namens Mensch, ohne seine Einwilligung in dieses triste Universum geworfen, nur dadurch ein paar Rosen auf die Dornen des Lebens streuen kann, daß es den Bereich seiner Neigungen und Liebhabereien erweitert, daß es alles der Lust aufopfert.

Erster Dialog

Madame de Saint-Ange, Chevalier de Mirvel

Madame de Saint-Ange: Guten Tag, Bruder. Nun, und Dolmancé?

Chevalier: Er kommt pünktlich um Drei, und wir essen erst um Sieben; du siehst, wir haben Zeit genug zum Plaudern.

Madame de Saint-Ange: Weißt du Bruder, ich bereue etwas meine Neugier und all die obszönen Pläne für heute. Wirklich, mein Freund, du bist zu nachsichtig. Je vernünftiger ich sein müßte, desto mehr erregt sich mein verfluchter Kopf und wird liederlich: du läßt mir alles durchgehen, das macht mich noch schlimmer … Mit meinen sechsundzwanzig Jahren müßte ich bereits fromm sein, und ich bin noch die zügelloseste aller Frauen … Man macht sich keine Vorstellung davon, was ich mir ausdenke, mein Freund, was ich tun möchte. Ich glaubte, wenn ich mich einzig an die Frauen hielte, würde mich das zur Vernunft bringen …; meine Begierden, auf mein Geschlecht konzentriert, würden sich nicht mehr dem euren entgegendrängen: schimärische Pläne, mein Freund; die Vergnügungen, die ich mir versagen wollte, stellten sich nur noch lebhafter meinem Geiste dar, und ich habe gemerkt, daß, wenn man wie ich für die Libertinage geboren ist, bereits der Gedanke sinnlos wird, sich Zügel anzulegen: leidenschaftliche Begierden zerreißen sie alsbald. Kurz, mein Lieber, ich bin ein amphibisches Wesen; ich liebe alles, alles amüsiert mich, ich möchte alle Arten verbinden; aber gib zu, Bruder: ist es nicht völlig verrückt von mir, den merkwürdigen Dolmancé kennen lernen zu wollen, der, wie du sagst, sein Leben lang keine Frau hat sehen können, wie der Brauch es vorschreibt, der, Sodomit aus Prinzip, nicht nur sein eigenes Geschlecht vergöttert, sondern dem unseren sogar nur nachgibt unter der besonderen Bedingung, daß man ihm die bevorzugten Reize überläßt, deren er sich bei den Männern zu bedienen gewohnt ist? Dies, Bruder, ist meine bizarre Idee: ich will der Ganymed dieses neuen Jupiter sein, ich will seine Neigungen, seine Ausschweifungen genießen, ich will das Opfer seiner Irrtümer sein: du weißt, mein Lieber, daß ich mich bisher so nur dir — aus Freundlichkeit — oder einem meiner Leute hingegeben habe, der dafür bezahlt war, mich so zu behandeln, und sich nur aus Eigennutz dazu herbeiließ; heute ist es weder Freundlichkeit noch Laune mehr, nur die Neigung bestimmt mich … Ich sehe zwischen den Methoden, die mich dieser bizarren Manie unterworfen haben, und denen, die mich ihr unterwerfen werden, einen unfaßbaren Unterschied, und ich will ihn erkennen. Schildere mir deinen Dolmancé, ich beschwöre dich, damit ich ihn gut im Kopf habe ehe er erscheint; denn du weißt, daß ich ihn nur daher kenne, daß ich ihm neulich in einem Hause begegnet bin, wo ich nur ein paar Minuten mit ihm zusammen war.

Chevalier: Dolmancé, Schwester, hat gerade sein sechsunddreißigstes Lebensjahr erreicht; er ist groß, sehr wohlgestaltet, hat sehr lebhafte und geistreiche Augen, doch unwillkürlich spiegelt sich irgendetwas ein wenig Hartes und Böses in seinen Zügen; er hat die schönsten Zähne der Welt, eine gewisse Weichlichkeit in Gestalt und Haltung, zweifellos durch seine Gewohnheit, häufig feminines Gebaren anzunehmen; er besitzt höchste Eleganz, eine angenehme Stimme, Talente und vor allem viel Philosophie im Denken.

Madame de Saint-Ange: Er glaubt hoffentlich nicht an Gott.

Chevalier: O, was sagst du da! Er ist der größte Atheist, der sittenloseste Mensch … O, hier ist sicherlich die weitgehendste und vollständigste Verderbtheit, das bösartigste und ruchloseste Individuum, das es auf der Welt geben kann.

Madame de Saint-Ange: Wie all das mich erhitzt! Ich werde noch schwärmen für diesen Mann. Und seine Vorlieben, Bruder?

Chevalier: Du kennst sie; die Wonnen Sodomas schätzt er ebenso als Handelnder wie als Passiver; er will nur Männer zu seinem Vergnügen, und wenn er sich dennoch manchmal herbeiläßt, Frauen zu versuchen, so nur unter der Bedingung, daß sie so freundlich sind, das Geschlecht mit ihm zu tauschen. Ich habe ihm von dir erzählt, ich habe ihn von deinen Plänen unterrichtet, er ist einverstanden und macht dich seinerseits zuvor auf die Klauseln des Handelns aufmerksam. Ich warne dich, Schwester, er wird dich rundweg zurückweisen, wenn du ihn zu etwas anderem bringen willst. »Was ich mit Ihrer Schwester zu tun bereit bin«, behauptet er, »ist eine Ausnahme … ein Seitensprung, mit dem man sich nur selten und mit vielen Vorsichtsmaßregeln beschmutzt.«

Madame de Saint-Ange: Sich beschmutzen! … Vorsichtsmaßregeln! … Ich liebe die Sprache dieser liebenswürdigen Leute wahnsinnig! Unter uns Frauen haben wir ebenfalls derartige Exklusivworte, die wie jene den tiefen Abscheu beweisen, der uns gegenüber allem erfüllt, was nicht zum akzeptierten Kult gehört … ja, sag mir doch, mein Lieber, er hat dich gehabt? Mit deinem entzückenden Gesicht und deinen zwanzig Jahren kann man, glaube ich, so einen Mann fesseln!

Chevalier: Ich will dir meine Ausschreitungen mit ihm absolut nicht verbergen: du hast zuviel Geist, um sie zu tadeln. Tatsächlich liebe ich die Frauen, und ich gebe mich jenen bizarren Neigungen nur hin, wenn ein liebenswürdiger Mann mich dazu drängt. Es gibt nichts, was ich dann nicht täte. Ich bin weit von jenem Dünkel entfernt, der unsere jungen Laffen glauben machen will, man müsse derartige Anerbieten mit Stockschlägen beantworten; ist der Mensch Herr seiner Neigungen? Man muß die beklagen, die besondere haben, doch nie sie beleidigen: ihr Unrecht ist das der Natur; sie hatten es ebenso wenig in der Hand, mit andersartigen Neigungen zur Welt zu kommen, wie wir, krummbeinig oder wohlgestaltet geboren zu werden. Sagt euch übrigens ein Mann etwas Unangenehmes, wenn er euch den Wunsch bezeugt, sich mit euch zu vergnügen? Zweifellos nicht; er macht euch ein Kompliment; warum also ihm mit Beleidigungen oder Beschimpfungen antworten?

Nur Toren können so denken; nie wird ein verständiger Mann über dieses Thema anders reden, als ich es tue; aber die Welt ist voll von platten Dummköpfen, die glauben, man verletze sie, wenn man ihnen gesteht, daß man sie zur Lust für geeignet hält, und die, verdorben durch die Frauen, die immer eifersüchtig sind auf das, was ihre Rechte anzutasten scheint, sich wie ein Don Quichotte dieser gewöhnlichen Rechte vorkommen, wenn sie die brutalisieren, die diese nicht in ihrer ganzen Reichweite anerkennen.

Madame de Saint-Ange: O mein Freund, küsse mich! Du wärest nicht mein Bruder, wenn du anders dächtest; doch ein paar Einzelheiten, ich beschwöre dich, und zwar über das Äußere dieses Mannes und über seine Vergnügungen mit dir.

Chevalier: Dolmancé wußte durch einen meiner Freunde von dem prachtvollen Glied, mit dem ich, wie du weißt, ausgestattet bin; er veranlaßte den Marquis de V…, mich mit ihm zum Souper einzuladen. Nachdem ich einmal da war, mußte ich wohl zur Schau stellen, was ich besaß; die Neugier schien zunächst das einzige Motiv, ein überaus schöner Arsch, den man mir zuwandte und den man mich zu genießen bat, ließ mich bald erkennen, daß einzig die Neigung an dieser Untersuchung beteiligt gewesen war. Ich warnte Dolmancé vor all den Schwierigkeiten des Unterfangens, nichts schreckte ihn ab. »Nicht einmal der Bock kann mir etwas anhaben«, sagte er zu mir, »und Sie haben nicht mal die Ehre, der fürchterlichste der Männer zu sein, die den Arsch durchbohrt haben, den ich Ihnen darbiete!« Der Marquis war anwesend; er ermunterte uns, indem er alles, was wir an den Tag legten, betätschelte, befühlte, küßte. Ich stelle mich … ich will zumindest ein paar Vorbereitungen. »Hüten Sie sich ja davor!« sagt der Marquis, »Sie nähmen die Hälfte der Gefühle, die Dolmancé von Ihnen erwartet; er will, daß man ihn zerspaltet … Er will, daß man ihn zerreißt!« »Er soll zufrieden gestellt werden!«, sage ich, während ich mich blindlings in den Abgrund stürze … Und du denkst vielleicht, Schwester, ich hätte große Mühe gehabt? … Nichts dergleichen; mein Schwanz, so riesig er ist, verschwand, ohne daß ich es merkte, und ich berührte den Grund seiner Eingeweide, ohne daß der Schurke es zu fühlen schien. Ich behandelte Dolmancé als Freund; die exzessive Wollust, die er verspürte, sein Erbeben, seine köstlichen Worte, all das machte mich bald selber glücklich, und ich benetzte ihn. Kaum war ich draußen, als Dolmancé sich zu mir umwandte, das Haar verwirrt, rot wie eine Bacchantin. »Du siehst, in welchen Zustand du mich versetzt hast, teurer Chevalier«, sagte er, indem er mir einen harten und lebendigen Schwanz wies, sehr lang und von mindestens sechs Zoll Umfang; »geruhe, O Liebster, ich beschwöre dich, mir als Frau zu dienen, nachdem du mein Liebhaber warst, auf daß ich sagen kann, ich habe in deinen göttlichen Armen jegliche Lust der Neigung genossen, die ich mit solcher Ausschließlichkeit liebe.« Da ich das eine nicht schwieriger finde als das andere, erklärte ich mich bereit. Der Marquis zog sich vor meinen Augen die Hosen aus und beschwor mich, mit ihm noch ein wenig Mann sein zu wollen, während ich die Frau seines Freundes werde. Ich behandelte ihn wie Dolmancé, der mir hundertfach alle Stöße zurückgab, mit denen ich den Dritten reichlich versah, und mir bald ins Innerste meines Arschs die verzaubernde Flüssigkeit spritzte, mit der ich fast gleichzeitig den Arsch von V. benetzte.

Madame de Saint-Ange: Du hast sicher extremes Vergnügen empfunden, als du dich so entre deux befandest, Bruder; man sagt, das sei herrlich.

Chevalier: Sicherlich, mein Engel, ist das der beste Platz, doch was man auch sagen möge, all das sind Extravaganzen, die ich niemals dem Vergnügen mit Frauen vorziehen werde.

Madame de Saint-Ange: Nun, Liebster, um am heutigen Tage dein delikates Entgegenkommen zu belohnen, will ich deiner Leidenschaft ein jungfräuliches Mädchen überliefern, schöner als Amor.

Chevalier: Wie! Zusammen mit Dolmancé … läßt du eine Frau zu dir kommen?

Madame de Saint-Ange: Es handelt sich um eine Erziehung; ich habe dieses kleine Mädchen letzten Herbst im Kloster kennen gelernt, während mein Mann im Bad war. Dort konnten wir nichts tun, wagten wir nichts, zu viele Blicke hafteten auf uns, doch wir gaben uns das Versprechen zusammenzukommen, sobald dies möglich wäre; einzig von diesem Wunsch besessen und um ihn zu befriedigen, habe ich mit ihrer Familie Bekanntschaft geschlossen. Ihr Vater ist ein Libertin … den ich gewonnen habe. Endlich kommt die Schöne, ich erwarte sie; wir werden zwei Tage zusammen verbringen … zwei wonnevolle Tage; den längsten Teil dieser Zeit verwende ich, um die junge Person zu erziehen. Dolmancé und ich werden in diesen hübschen kleinen Kopf alle Prinzipien der Libertinage einpflanzen, ihn mit unserer Glut entzünden, ihn mit unserer Philosophie füttern, ihm unsere Begierden einflüstern, und da ich der Theorie ein wenig Praxis hinzufügen will, da ich will, daß man in dem Maße demonstriert, in dem man erörtert, habe ich dir, Bruder, die Myrten Kytheras bestimmt, Dolmancé die Rosen von Sodom. Ich werde zweierlei Vergnügen zugleich erleben, dasjenige, selbst jene verbrecherischen Lüste zu genießen, und das, Lehren zu erteilen, den Geschmack daran der liebenswerten Unschuld einzugeben, die ich in unsere Netze locke. Nun, Chevalier, ist dieser Plan meiner Vorstellungskraft würdig?

Chevalier: Nur sie kann ihn konzipieren; er ist himmlisch, Schwester, und ich verspreche dir, aufs beste die reizvolle Rolle zu spielen, die du mir bestimmst. O Schurkin, wie du das Vergnügen genießen wirst, dieses Kind zu erziehen; welche Wonne für dich, es zu verderben, in seinem Herzen jeden Samen der Tugend und der Religion zu vernichten, den seine Lehrerinnen hineingelegt haben! In der Tat, das ist zu abgefeimt für mich!

Madame de Saint-Ange: Sicherlich werde ich kein Mittel scheuen, um sie zu pervertieren, um in ihr all die falschen moralischen Prinzipien zu zerstören, umzustoßen, mit denen man sie vielleicht schon verdummt hat; ich will sie in zwei Unterrichtsphasen ebenso ruchlos machen, wie ich es bin … ebenso gottlos … ebenso verderbt. Unterrichte Dolmancé, sage ihm Bescheid, sobald er kommt, damit das Gift seiner Immoralismen, das in diesem jungen Herzen zusammen mit dem zirkuliert, das ich hineinspritze, in kurzer Zeit jegliche Saat der Tugend ausreißen kann, die dort ohne uns aufkeimen könnte.

Chevalier: Unmöglich hättest du besser den Mann finden können, den du brauchst: Irreligiosität, Gottlosigkeit, Unmenschlichkeit fließen Dolmancé von den Lippen wie die salbungsvolle Mystik von den Lippen des berühmten Erzbischofs von Cambrai; er ist der größte Verführer, der verderbteste Mann, der gefährlichste. O liebe Freundin, laß deine Schülerin den Bemühungen des Lehrers entsprechen, und ich garantiere dir, daß sie bald verloren ist.

Madame de Saint-Ange: Sicher dauert das nicht lange bei ihren Veranlagungen, die ich kenne …

Chevalier: Doch sage mir, liebe Schwester, fürchtest du nichts seitens ihrer Eltern? Wenn das kleine Mädchen anfinge zu plaudern, wenn es nach Hause kommt …

Madame de Saint-Ange: Hab keine Angst, ich habe den Vater verführt … Er ist mir ergeben. Muß ich es endlich gestehen? Ich habe mich ihm hingegeben, damit er die Augen schlösse; er kennt meine Pläne nicht, doch er wird nie wagen, sie zu ergründen. Ich habe ihn in der Hand.

Chevalier: Deine Mittel sind entsetzlich!

Madame de Saint-Ange: Genauso müssen sie sein, damit sie sicher sind.

Chevalier: Aber sag mir, ich bitte dich, wer ist die junge Person?

Madame de Saint-Ange: Man nennt sie Eugenie; sie ist die Tochter eines gewissen Mistival, eines der reichsten Steuerbeamten der Hauptstadt; er ist ungefähr sechsunddreißig Jahre alt, die Mutter höchstens zweiunddreißig, und das kleine Mädchen fünfzehn. Mistival ist ebenso libertin wie seine Frau bigott. Was Eugenie angeht, so würde ich vergeblich versuchen, sie dir zu schildern: sie übertrifft meine Darstellungsmittel; dir sei an der Überzeugung genug, daß sicherlich weder du noch ich jemals auf der Welt etwas so Wunderbares gesehen haben.

Chevalier: Aber deute wenigstens an, wenn du nicht schildern kannst, damit ich, wenn ich ungefähr weiß, mit wem ich zu tun habe, besser meine Phantasie mit dem Idol erfüllen kann, dem ich opfern soll.

Madame de Saint-Ange: Nun denn, mein Freund, ihr kastanienfarbenes Haar, das eine Hand kaum fassen kann, reicht ihr bis über die Hüften hinunter; ihr Teint ist von blendender Weiße, ihre Nase leicht gebogen, ihre Augen sind ebenholzschwarz und von einer Glut o Freund, es ist unmöglich, diesen Augen zu widerstehen … Du kannst dir nicht vorstellen, zu wie vielen Torheiten sie mich gebracht haben … Wenn du die hübschen Brauen sähest, die sie krönen, die interessanten Lider, die sie umgeben! … Ihr Mund ist sehr klein, ihre Zähne sind prachtvoll, und das alles von einer Frische! Ein Zug ihrer Schönheit ist die elegante Art, wie ihr schöner Kopf auf den Schultern sitzt, der Anflug von Adel, wenn sie ihn wendet … Eugenie ist groß für ihr Alter; man würde sie für siebzehn halten; ihre Taille ist ein Muster an Eleganz und Feinheit, ihre Brust entzückend … Ganz sicher die hübschesten Titten! Kaum genug, um eine Hand zu füllen, aber so weich … so frisch … so weiß! … Zwanzig Mal habe ich den Kopf verloren, als ich sie küßte; und wenn du gesehen hättest, wie sie sich unter meinen Liebkosungen belebte … wie ihre großen Augen mir den Zustand ihrer Seele spiegelten! … Mein Freund, ich weiß nicht, wie das übrige ist. O, wenn ich nach dem urteilen soll, was ich kenne, so hat der Olymp nie eine Gottheit besessen, die ihr gleichkäme … Doch ich höre sie … Laß uns allein; geh durch den Garten hinaus, um ihr nicht zu begegnen, und sei pünktlich beim Rendezvous.

Chevalier: Die Schilderung, die du mir gegeben hast, bürgt dir für meine Pünktlichkeit … O Himmel!… dich verlassen in dem Zustand, in dem ich mich befinde! … Adieu! … Einen Kuß … Einen einzigen Kuß, Schwester, um mich bis dahin zufrieden zu stellen. (Sie küßt ihn, berührt durch seine Hose hindurch sein Glied, und der junge Mann stürzt hinaus.)

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