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Über den Autor Scheik Nefzaui

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Auch bekannt unter dem Alias Muhammad ibn Muhammad al-Nafzawi

Über Scheik Nefzaui alias Muhammad ibn Muhammad al-Nafzawi (auch Umar Ibn Muhammad Nafzawi, Scheik Nefzaui, Netzawi oder Nefzaw) ist nicht viel persönliches bekannt. Er schrieb “Der duftende Garten” (auch “Der parfümierte Garten” oder “Der blühende Garten”) im 16. Jahrhundert für den Großwesir von Tunis in arabischer Sprache. Das Werk hat in Arabien einen ähnlichen Stellenwert wie das Kamasutra in Indien. Es erzählt von den sexuellen Sitten und Gebräuchen im mittelalterlichen Tunesien und bietet somit historische Einblicke in die mittelalterliche islamische Gesellschaft. Neben sexuellen Anleitungen und Ratschlägen,wie zum Beispiel die Wichtigkeit von Vorspiel und Küssen, gibt es humorige Anekdoten, die den Leser amüsieren und erregen sollen.

Erotische Geschichten von Scheik Nefzaui

Der duftende Garten des Scheik Nefzaui

Das Buch schildert mit orientalischer Sinnenfreude die phantasievollen Genüsse der arabischen Liebeskunst. Frei von aller europäischen Prüderie gibt dieses Liebeslehrbuch Anweisungen für die kluge Inszenierung und die Variationen der ehelichen Liebe als einer Quelle der Lebensfreude; ein Werk ebenbürtig dem indischen Kamasutram. <b>Vorbemerkungen des französischen Übersetzers</b> Scheik Nefzaui ist der Nachwelt nur als der Verfasser des Duftenden Gartens bekannt geworden; es ist das einzige Buch, das er überhaupt geschrieben hat. Obgleich sich in diesem Buche viele Irrtümer und Fehler finden, die größtenteils der Nachlässigkeit und Unwissenheit der Abschreiber zur Last zu legen sind, und obgleich auch der Gegenstand des Buches nicht nach jedermanns Geschmack sein wird, entstammt es doch offenbar der Feder eines Mannes von gründlicher Bildung, der auf den Gebieten der Literatur und Medizin tiefere Kenntnisse besaß, als man sie im allgemeinen bei Arabern anzutreffen gewohnt ist. Aus der historischen Bemerkung in der Einleitung dieses Buches können wir, obgleich der Name des zu jener Zeit in Tunis regierenden Beys offenbar falsch angegeben ist, doch schließen, daß das Werk ungefähr zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung – etwa um das Jahr 925 der Hedschra – verfaßt worden ist. Da die Araber gewöhnlich den Namen ihres Geburtsortes dem ihrigen hinzusetzen, so dürfen wir wohl mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß der Scheik aus der im Süden des tunesischen Reiches am See Sebkha Melrir gelegenen Stadt Nefzaua stammte. Er selber erwähnt, daß er in Tunis wohne, und höchstwahrscheinlich wurde sein Buch in dieser Stadt von ihm geschrieben. Die Sage will wissen, daß ein eigentümlicher Umstand ihn veranlaßt habe, ein Werk zu verfassen, das sehr wenig zu seinen einfachen Lebensgewohnheiten paßte: Es sei dem Bey von Tunis hinterbracht worden, daß der Scheik in Rechtswesen, Schrifttum und Heilkunde wohl bewandert sei, und der Herrscher habe daher gewünscht, ihm das Amt eines Kadi zu übertragen. Nefzaui habe durchaus nicht gewünscht, sein zurückgezogenes Leben aufzugeben, um ein öffentliches Amt zu bekleiden, habe aber auch nicht den Bey durch eine offene Weigerung beleidigen wollen, um so weniger, da eine solche ihm selber hätte gefährlich werden können; er habe daher lediglich um einen kurzen Aufschub gebeten, um ein Buch vollenden zu können, das er gerade unter der Feder habe. Diese Bitte sei ihm gewährt worden, und nun habe er das Buch niedergeschrieben, dessen Abfassung er schon seit längerer Zeit geplant hatte. Das Erscheinen des Werkes habe dann den Verfasser in einer Weise bekannt gemacht, daß es fortan völlig unmöglich gewesen sei, ihn als Kadi wirken zu lassen. (Vielleicht war die unter diesen Umständen verfaßte Schrift nicht das vorliegende Buch, sondern nur ein bedeutend kürzerer Vorläufer desselben mit dem Titel: Die Fackel des Weltalls). Für diese Überlieferung ist jedoch keinerlei Bestätigung in den Geschichtswerken jener Zeit zu finden; und da nach ihr der Scheik Nefzaui als ein Mann von geringer Charakterfestigkeit erscheinen würde, so dürfte sie nur mit großer Vorsicht aufzunehmen sein. Man braucht nur einen flüchtigen Blick in das Buch zu werfen, um die Überzeugung zu gewinnen, daß der Verfasser von den löblichsten Absichten beseelt war und daß er für sein Werk nicht nur keinen Tadel verdient, sondern im Gegenteil mit der Abfassung desselben der Menschheit einen dankenswerten Dienst erwiesen hat. Merkwürdigerweise findet sich in der Literatur der Araber kein einziger Kommentar zu diesem Buch; der Grund für diese Erscheinung ist vielleicht darin zu suchen, daß der Gegenstand, den es behandelt, ernste und gelehrte Männer abgeschreckt hat – was übrigens nach unserer Meinung durchaus nicht nötig gewesen wäre. Denn gerade dieses Werk wäre wie kein anderes dazu geeignet, mit Erläuterungen versehen zu werden; ernste Fragen werden darin behandelt, und ein weites Feld eröffnet sich dem Studium und dem Nachdenken. Denn was könnte wichtiger sein als das Studium der Grundfragen, auf deren Lösung die Glückseligkeit von Mann und Weib in ihren wechselseitigen Beziehungen beruht? Diese Beziehungen sind ja abhängig von Charakter, Gesundheit, Gemütsanlage und körperlicher Beschaffenheit, und solche Fragen zu studieren ist recht eigentlich die Aufgabe des Philosophen. Ich habe mich bemüht, diese Unterlassung einigermaßen gutzumachen, indem ich eine Anzahl von Anmerkungen beigefügt habe, die zwar – das weiß ich sehr wohl – unvollständig sind, trotzdem aber einen gewissen Anhalt bieten können. Bei zweifelhaften und schwierigen Stellen, wo die Meinung des Verfassers nicht deutlich ausgedrückt zu sein schien, habe ich unbedenklich bei den Gelehrten der verschiedensten Glaubensbekenntnisse mich nach Aufklärung umgesehen, und mit ihrer freundlichen Beihilfe wurden in der Tat manche von mir im Anfang für unüberwindlich gehaltene Schwierigkeiten überwunden. Es ist mir eine Freude, diesen hilfreichen Geistern hiermit meinen Dank aussprechen zu können. Von den Schriftstellern, die sich mit ähnlichen Gegenständen abgegeben haben, läßt kein einziger sich in allen Einzelheiten mit unserem Scheik vergleichen; denn sein Buch erinnert den Leser zu gleicher Zeit an Aretino, an den Verfasser der »Ehelichen Liebe« und an Rabelais; die Ähnlichkeit mit letzterem ist zuweilen so auffallend, daß ich gelegentlich der Versuchung nicht widerstehen konnte, Parallelstellen aus Gargantua und Pantagruel anzuführen. Was aber die Abhandlung des Scheiks zu einem in seiner Art einzigartigen Buch macht, ist der Ernst, womit die laszivsten und obszönsten Gegenstände dargestellt sind. Offenbar ist der Verfasser von der Wichtigkeit seines Themas durchdrungen und kennt keinen anderen Beweggrund als den Wunsch, durch das Niederschreiben seines Buches seinen Mitmenschen einen Dienst zu erweisen. Um seinen Ratschlägen mehr Gewicht zu verleihen, spart er nicht mit Zitaten aus religiösen Schriften und ruft in manchen Fällen unbedenklich sogar die Autorität des Koran an, der das heiligste Buch der Moslim ist. Obwohl sein Werk keineswegs eine Kompilation darstellt, so kann doch ohne weiteres zugegeben werden, daß es nicht ausschließlich dem Geiste des Scheik Nefzaui entsprossen ist, sondern daß mehrere Abschnitte von arabischen und indischen Schriftstellern entlehnt worden sind. So ist z.B. die ganze Erzählung von Mocailama und Chedja dem Werke des Mohammed Ben Djerir el Taberi entnommen; die Beschreibung der verschiedenen beim Coitus einzunehmenden Stellungen sowie der in jedem einzelnen Fall angemessenen Bewegungen rührt aus indischen Werken her; endlich scheint in dem Kapitel über die Auslegung von Träumen das Buch des Azeddin el Mocadecci »Vögel und Blumen« zu Rate gezogen zu sein. Hieraus ist dem Autor aber keineswegs ein Vorwurf zu machen, sondern sicherlich ist im Gegenteil ein Schriftsteller zu loben, wenn er die Erleuchtungen von Gelehrten vergangener Zeiten sich zunutze macht, und es wäre undankbar, wollte man nicht anerkennen, daß er seinen Lesern, die in der Kunst des Liebens noch Anfänger waren, aus den von ihm benutzten Büchern manchen lehrreichen Wink mitgeteilt hat. Zu bedauern ist nur, daß das in mancher Hinsicht so ausführliche Buch des Scheiks eine große Lücke aufweist, indem ein unter den Arabern allgemein verbreiteter Brauch überhaupt nicht erwähnt wird. Ich meine die auch von den alten Griechen und Römern bestätigte Vorliebe für den geschlechtlichen Verkehr mit Knaben, die sogar dahin führte, daß in manchen Fällen Weiber behandelt wurden, wie wenn sie Knaben gewesen wären. Hierüber sowie über den geschlechtlichen Verkehr zwischen Weibern, sogenannte Tribaden, hätte sich wohl manches Lehrreiche sagen lassen. Die Sodomie oder der geschlechtliche Umgang mit Tieren ist vom Verfasser ebenfalls mit Stillschweigen übergangen worden. Indessen erzählt er zwei Geschichten, von denen die eine von gegenseitigen Liebesbezeigungen zweier Weiber handelt, während in der anderen berichtet wird, wie ein Weib sich die Liebkosungen eines Esels zu verschaffen weiß. Hieraus geht hervor, daß dem Autor auch diese Erscheinungen wohl bekannt waren. Es ist daher ein unentschuldbarer Mangel, daß er auf diese Einzelheiten nicht ausführlicher eingegangen ist. Gewiß wäre es für uns interessant gewesen, von unserem Scheik zu erfahren, welche Tiere durch ihre natürliche Veranlagung und körperliche Beschaffenheit am besten geeignet sind, einem Manne oder einem Weibe zur Erregung von Liebeswonne zu dienen, und welche Folgen solcherlei geschlechtliche Verbindungen haben können. Endlich spricht der Scheik ebenfalls nicht von den Genüssen, die der Mund oder die Hand eines schönen Weibes zu bereiten vermögen. Warum mag wohl der Scheik diese Lücken gelassen haben? Auf Unwissenheit ist sein Schweigen sicherlich nicht zurückzuführen, denn seine Schilderungen offenbaren einen derartigen Umfang und eine so große Mannigfaltigkeit seiner Kenntnisse, daß ein Zweifel an seinem Wissen ausgeschlossen ist. Vielleicht liegt die Ursache in der Verachtung, womit der Moslem in Wirklichkeit über die Weiber denkt; vielleicht mag er der Meinung sein, es entspreche nicht seiner Manneswürde, zu Liebkosungen herabzusteigen, die nicht den Gesetzen der Natur entsprechen. Vielleicht unterließ der Verfasser die Erwähnung derartiger Themata, um nicht in den Verdacht zu geraten, Geschmacksverirrungen erlegen zu sein, die von manchen Leuten als ein Zeichen von Entartung angesehen werden. Wie dem auch sein mag – das Buch enthält viele nutzbringende Belehrungen und teilt eine große Menge kurioser Vorkommnisse mit. Ich habe mich der Übersetzung unterzogen, weil ich der Meinung bin, daß Scheik Nefzaui recht hat, wenn er in seiner Vorrede sagt: »Ich schwöre bei Gott: wahrlich, die Kenntnis dieses Buches ist notwendig. Nur ein schamloser Ignorant oder ein Feind aller Wissenschaft wird es nicht lesen oder sich darüber lustig machen, nachdem er es gelesen hat.« <b>Einleitung</b> <b>Allgemeine Bemerkungen über den Beischlaf</b> Gepriesen sei Gott, der zu des Mannes größter Wonne die Geschlechtsteile des Weibes schuf und die Geschlechtsteile des Mannes dazu bestimmte, dem Weibe den höchsten Genuß zu gewähren. Er hat die weiblichen Zeugungsteile so gemacht, daß sie keines Genusses und keiner Befriedigung teilhaftig werden können, ehe sie nicht von dem Werkzeug des Mannes durchbohrt worden sind. Gleicherweise können auch die geschlechtlichen Organe des Mannes weder Ruh noch Rast finden, bis sie sich mit denen des Weibes vereinigt haben. Daher ist der Vorgang ein gegenseitiger Austausch von Genüssen. Zwischen den beiden handelnden Personen findet ein Ringen statt, ein Verschlingen, eine Art von lebhaftem Kampfe. Infolge des Aneinanderreibens der beiden Unterleiber bleibt der Genuß nicht lange aus. Der Mann arbeitet wie mit einem Mörserstämpfel, während das Weib ihm mit wollüstigen Bewegungen zu Hilfe kommt; schließlich erfolgt der Samenerguß. Der Kuß auf den Mund, auf die beiden Wangen, auf den Hals, nicht minder auch das Saugen an frischen Lippen sind Gottesgaben, die die Bestimmung haben, im geeigneten Augenblick Erektionen hervorzurufen. Gott war es auch, der des Weibes Busen mit Brüsten zierte, der ihr das Doppelkinn gab (dem Orientalen ist bei seiner bekannten Vorliebe für »schöne Gliedermassen kolossaler Weiblichkeit« ein Doppelkinn ein besonders wertvolles Schönheitsattribut) und ihren Wangen glänzende Farben verlieh. Er schenkte ihr auch ihre Augen, die Liebe einflößen, und ihre Wimpern, die gleich blanken Klingen sind. Er gab ihr den gewölbten Bauch, den schönen Nabel, das majestätische Hinterteil; und alle diese Wunder ruhen auf den Stützen der Lenden. Zwischen diesen Lenden hat Gott den Schauplatz des Liebeskampfes geschaffen; wenn diese Stelle mit reichlichem Fleisch ausgestattet ist, gleicht sie dem Haupte eines Löwen. Sie heißt »Grotte«. O! Wie viele Männer gingen durch diese Grotte in das Reich des Todes ein. Und von diesen Männern – wie viele starben als Helden! Gott gab diesem wonnigen Ding einen Mund, eine Zunge (die Clitoris) und zwei Lippen; es gleicht der Spur, die der Huf der Gazelle im Sande der Wüste läßt. Das Ganze wird getragen von zwei Wundersäulen, die ein Zeugnis sind von Gottes Macht und Weisheit; sie sind weder zu lang noch zu kurz, und ihren anmutigen Schmuck bilden Knie, Waden, Knöchel und Fersen, auf denen kostbare Ringe ruhen. In ein Meer von Glanz, Wollust und Wonne tauchte der Allmächtige das Weib; er hüllte sie in köstliche Kleider, umschlang sie mit glänzenden Gürteln und gab ihr ihr lockendes Lächeln. So laßt uns denn preisen und erheben Ihn, der das Weib und seine Schönheiten schuf; er gab ihr das liebreizende Fleisch, er gab ihr duftendes Haar, eine schöne Gestalt, einen Busen mit schwellenden Brüsten, er gab ihr das verliebte Anschmiegen, das im Manne Begehren erweckt. Ihnen hat der Herr des Weltalls das Reich der Verführung zugewiesen; alle Männer, nicht nur die schwachen, sondern auch die starken, verfallen der Schwachheit durch die Liebe zum Weibe. Um der Weiber willen schließen wir uns zu geselligem Verein zusammen oder zerstreuen uns in Einsamkeiten; um der Weiber willen wählen wir feste Wohnsitze oder wandern in der Wüste umher. In der Niedergeschlagenheit, in der die Liebenden, die von dem Gegenstande ihrer Sehnsucht getrennt sind, sich befinden, verzehrt die Herzen die Glut des Liebesfeuers; es bedrückt sie ein Gefühl von Knechtschaft, Verachtung, Elend; sie leiden unter den wechselnden Stimmungen ihrer Leidenschaft: und alles dieses ist eine Folge ihrer brennenden Sehnsucht nach körperlicher Vereinigung. Ich, Gottes Knecht, bin meinem Herrn dankbar, daß jeder Mann in schöne Weiber sich verlieben muß und daß niemand der Sehnsucht nach ihrem Besitze sich erwehren kann, weder durch Flucht noch durch Trennung. Ich bekenne: es ist nur ein Gott und er hat keine Götter neben sich. An diesem kostbaren Bekenntnis werde ich festhalten bis zum Tage des Jüngsten Gerichts. Gleicherweise bekenne ich mich zu unserem Herrn und Meister Mohammed, dem Knecht und Boten Gottes, dem größten der Propheten- (Gottes Segen und Liebe sei mit ihm, mit seinen Nachkommen und seinen Schülern!) Gebete und Segensprüche bewahre ich auch für den Tag der Wiedervergeltung, jenen furchtbaren Augenblick. <b>Die Entstehung dieses Werkes</b> Ich schrieb dieses herrliche Werk auf Grund eines Büchleins betitelt »Die Fackel der Welt«, worin die Geheimnisse der Zeugung behandelt werden. Dieses Werkchen kam zur Kenntnis des Wesirs unseres Herrn Abd-el Aziz, des Beherrschers von Tunis. Dieser erlauchte Wesir war sein Dichter, sein Genosse, sein Freund und Geheimschreiber. Er war wacker im Rat, treu, klug und weise, der gelehrteste Mann seiner Zeit und wohl bewandert auf allen Gebieten. Er nannte sich Mohammed ben Uana ez Zonaui. Er war in Algier aufgewachsen, und in dieser Stadt hatte unser Herr Abd-el Aziz el Hafsi seine Bekanntschaft gemacht. An dem Tage, da Algier erstürmt wurde, floh der Herrscher mit ihm nach Tunis – möge Gott dieses Land beschützen bis zum Tage der Auferstehung! – und ernannte ihn zu seinem Großwesir. Als er das oben erwähnte Buch in die Hände bekam, sandte er zu mir und lud mich dringend ein ihn zu besuchen. Unverzüglich begab ich mich in sein Haus, und er empfing mich auf höchst ehrenvolle Weise. Drei Tage später kam er zu mir, zeigte mir mein Buch und fragte: »Ist dies dein Werk?« Und da er mich erröten sah, fuhr er fort: »Du brauchst dich dieses Buches nicht zu schämen; alles, was du darin gesagt hast, ist wahr; niemand braucht sich über deine Worte zu entrüsten. Übrigens bist du nicht der erste, der diesen Gegenstand behandelt hat; und ich schwöre bei Gott: wahrlich, die Kenntnis dieses Buches ist notwendig. Nur ein schamloser Ignorant oder ein Feind aller Wissenschaft wird es nicht lesen oder sich darüber lustig machen, nachdem er es gelesen hat. Aber es sind verschiedene Dinge, mit denen du dich noch wirst beschäftigen müssen.« Ich fragte, was für Dinge das seien, und er antwortete: »Ich wünsche, daß du deinem Buch noch einen Anhang beifügst, worin du die Heilmittel behandelst, von denen du noch nichts gesagt hast; führe alle Tatsachen an, die in dieses Kapitel hineingehören, und lasse nichts aus. Du wirst darin beschreiben, wie der Akt der Zeugung zustande kommt, sowie auch, wie er sich verhindern läßt. Du wirst die Mittel anführen, durch die das zeitweilige Unvermögen behoben wird, sowie die Mittel, durch die man das männliche Glied, wenn es zu klein ist, größer macht und ihm einen stattlichen Anblick verleiht. Ferner wirst du angeben, wie man den unangenehmen Geruch der weiblichen Achselhöhlen und Schamteile beseitigt und wie man die Schamteile enger macht. Ferner wirst du von der Schwangerschaft sprechen, damit dein Buch vollkommen und lückenlos sei. Mit einem Wort: wenn dein Buch allen Wünschen entspricht, dann erst wird deine Arbeit beendigt sein.« Ich antwortete dem Wesir: »O! mein Herr und Meister, alles, was du hier gesagt hast, ist nicht schwer zu machen, wenn es Gott in der Höhe gefällt.« Unverzüglich ging ich an die Abfassung dieses Buches, nachdem ich Gott um seinen Beistand angefleht hatte – (möge er seinen Segen über seinen Propheten ausströmen, und möge Glückseligkeit und Gottes Liebe bei diesem weilen!). Ich nannte dieses Werk: »Der duftende Garten für die Erlustigung der Seele« (Er Roud el Aater p'nezaha el Khater). Und wir beten zu Gott, der alles zum besten lenkt – (und es ist kein anderer Gott außer ihm, und alles Gute kann nur von ihm herkommen) –, er möge uns seine Hilfe leihen und uns auf rechten Wegen führen; denn es ist keine Kraft und keine Freude außer in dem hohen und mächtigen Gott. Ich teile dieses Buch in 21 Kapitel, damit es für den lernbeflissenen Jünger der Wissenschaft leichter zu lesen sei und damit er bequemer finden könne, was er sucht. Jedes Kapitel behandelt einen besonderen Gegenstand. Und dies ist das Weiterlesen