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Über den Autor Jean-Baptiste de Boyer Marquis d'Argens

Boyer

Jean-Baptiste de Boyer Marquis d’Argens wurde als ältestes Kind einer wohlhabenden, alten, provenzalischen Juristenfamilie in Aix-en-Provence geboren. Nach seiner Erziehung und Ausbildung absolvierte er einen dreijährigen Militärdienst. Es folgten einige Jahre der Eskapaden und des Müßigganges, bevor sich in alter Familientradition auf seine juristische Laufbahn vorbereite. Nach Beendigung seines Studiums war er zwar einige Zeit als Jurist tätig, fand aber keine Freude an dem Beruf und ging nbach Paris, wo der den Großteil seiner Zeit im Atelier des Malers Pierre Jacques Cazes verbrachte. 1730–1731 wohnte Jean-Baptiste de Boyer Marquis d’Argens in Aix-en-Provence einem Prozeß gegen den Jesuitenpater Jean-Baptiste Girard bei, dem vorgeworfen wurde, die achtzehnjährige Touloner Beichttochter Cathérine Cadière verführt und geschwängert zu haben, sie sich ihm in religiöser Schwärmerei anvertraut hatte. Im Verlauf soll der versucht haben, eine Abtreibung an dem Mädchen vorzunehmen. Der Prozeß war einer der berühmtesten Kriminalprozesse des 18. Jahrhunderts und endete für Girard mit einem Freispruch. Boyer zog sich daraufhin vollends aus dem Juristenberuf zurück, er schrieb „Thérèse philosophe“ (Die philosophische Therese) und ging wieder in den Militärdienst. Es folgte eine Zeit in Holland wo er einige Publikationen veröffentlichte. Friedrich II. wurde auf den Autor aufmerksam und lud ihn an seinen Hof, wo er sich im Winter 1741/42 niederliess und von kurzen Unterbrechungen abgesehen, 27 Jahre seines Lebens als Schriftsteller und Philosoph wirkte. Im Herbst 1768 kehrte er in die Provence zurück, verbrachte dort seinen Lebensabend und verstarb 1771 auf dem Schloss seiner Schwester.

Erotische Geschichten von Jean-Baptiste de Boyer Marquis d'Argens

Die philosophische Therese

Grundlage des Werkes ist einer der berühmtesten Kriminalprozesse des 18. Jahrhunderts, der am 10. Oktober 1731 mit dem Freispruch des angeklagten Jesuitenpaters Girard endete. Der Pater war angeklagt, die »zur Tatzeit« achtzehnjährige Touloner Bürgerstochter Cathérine Cadière unter Ausnutzung ihrer religiösen Schwärmerei verführt und geschwängert sowie daraufhin versucht zu haben, eine Abtreibung vorzunehmen, dies alles als ihr Beichtvater. Weiterlesen